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Weltmeisterliche Rennen in Hittnau

Christian Heule gewinnt das 24. Internationale Radquer auf dem Schlossberg in Hittnau vor Kamil Ausbuher (CZE) und Luca Damiani (ITA).

Christian Heule im Aufstieg zum Schlosshügel
Christian Heule im Aufstieg zum Schlosshügel
[Von Lukas Stieger, 01.11.2009 20:07] Bei strahlend schönem Wetter und relativ warmen Temperaturen und trocken, hartem Untergrund wurden schnelle Rennen gefahren. Christian Heule startete diese Saison nach verschieden guten Resultaten im Ausland, das erste Mal in der Schweiz und versuchte auch gleich den Schweizer Nachwuchsfahrern zu helfen. Marcel Wildhaber versuchte dieses Angebot anzunehmen und im Schlepptau von Heule mitzufahren, leider konnte erstgenannter das forsche Tempo von Heule nicht mehr halten und musste diesen ziehen lassen. Dieser konnte sich anschliessend einen komfortablen und konstanten Vorsprung von zirka 20 Sekunden herausfahren und verteidigen.

In den Rängen hinter Heule tat sich in der Zwischenzeit einiges: Erst bildete sich eine Sechsergruppe, wo sich auch der sichtlich erschöpfte Marcel Wildhaber einreihen konnte. Da das Podest bekanntlich nur drei Plätze hat, versuchten sich Kamil Ausbuher und Luca Damiani von dieser Gruppe absetzten. Spitzen-Mountainbiker Lukas Flückiger konnte das Tempo dieser grösseren Gruppe als einziger Schweizer gut halten, Marcel Wildhaber musste sich bei einer weiteren Tempoverschärfung seiner Kameraden abhängen lassen.

Ein Velowechsel von Heule machte das Rennen nochmals spannend.

Marcel Wildhaber
Marcel Wildhaber
Was sodann geschah, schilderte Christian Heule wie folgt: „Ich konnte mit dem Rennschuh nicht mehr in das linke Pedal einklinken und so musste ich einen Radwechsel vornehmen. Dieser Radwechsel hat mich gegen 10 Sekunden gekostet.“ Die beiden Querspezialisten Damiani und Ausbuher liessen sich die Chance nicht entgehen und versuchten nochmals den bereits in Sichtweite befindlichen Heule einzuholen und mussten auch gleich feststellen, dass der Überlegene Christian Heule ebenfalls nochmals einen schnelleren Gang einlegten konnte und den Sieg ins Trockene holte.

Die Nachwuchsrennen wurden von den Taktikern gewonnen.

Anthony Grand
Anhony Grand im Sprint gegen Michael Wildhaber
In der letzten Runde bei der Kategorie B wurde das Rennen von Anthony Grand und Michael Wildhaber angeführt. Michael Wildhaber kannte die technischen Stärken von Anthony Grand und fuhr darum als Erster in die Abfahrt vom Schlosshügel, Anthony Grand behielt jedoch die Nerven und liess Wildhaber weiter an erster Stelle fahren. Um die letze Kurve kommend, trat Anthony Grand derart wuchtig in die Pedale, dass er Wildhaber auf wenigen Metern überspinnten konnte. Mit über 30 Sekunden Rückstand auf die beiden Ersten konnte sich Dario Stäuble den dritten Platz ergattern.

Frischknecht mit den Radquergenen vom Vater

Andri Frischknecht
Andri Frischknecht
Andri Frischknecht aus der jüngsten Generation der Radquerfamilie Frischknecht, machte es Vater Thomas und Grossvater Peter nach und sicherte sich bereits den zweiten Saisonsieg, wohlversanden bei der zweiten Rennteilnahme. Die beiden für den VC Eschenbach startenden Dominic Zumstein und Tom Bohli mussten sich mit den Plätzen zwei und drei zufrieden geben.

Bei den Damen machten die beiden Schwestern Daniela Bresciani und Nicoletta Bresciani den Sieg unter sich aus. Alexandra Bähler zeigte ein starkes Rennen konnte aber nie ganz an die Spitze aufschliessen und wurde somit gute Dritte.

Ehemalige Weltmeister sorgten für viel Freude und Applaus

Albert Schärer
Albert Schärer
Beim Rennen der Ehemaligen gingen nicht weniger als 6 Weltmeister, 1 Europameister und 8 Schweizermeister an den Start. Als Publikumslieblinge konnten vor allem der langjährige OK-Präsident des Radquers in Steinmaur Albert Schärer (Caduff) mit seinem Oldtimer Quervelo inklusive origineller Spezialklingel und die „Wildsau“ Downhill-Weltmeister Albert Iten mit seinen halsbrecherischen schnellen Abfahrten das Publikum begeistern.

OK-Präsident Romeo Tedaldi blickte am Abend zufrieden auf viele spannende und unfallfreie Rennen zurück und bedankte sich bei Petrus für die genialen Bedingungen für Sportler und Zuschauer. Hittnau freut sich bereits heute, nächste Saison im Januar Gastgeber der Scheizermeisterschaften im Radquer zu sein.